Update zum EuGH-Urteil (C-528/16) zur "gen"-rechtlichen Einordnung von Mutageneseverfahren

Prof. Klaus Jany hat ein Update veröffentlicht, in dem er zusammenfasst, was im Zeitraum August 2019 bis Juli 2020 geschehen ist.  Er geht dabei auf die Umsetzung in Frankreich und den restlichen Europäischen Staaten ein. Lesenswert. 


Stellungnahme Notifizierungs-verfahren F2020/280F „vitro-Mutagenese Verfahren“

Neun französische Verbände und Gewerkschaften hatten Premierminister Édouard Philippe aufgefordert, durch Mutagenese gewonnene Organismen den GVO-Vorschriften zu unterwerfen und ein Moratorium für die Verwendung herbizidtoleranter, durch Mutagenese gewonnener Pflanzensorten in Frankreich zu erklären, was abgelehnt und an den Conseil d'Etat verwiesen wurde. Der Conseil d'Etat, Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht, entschied mit Bezug auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (C-528/16, 25. Juli 2018) daraufhin, dass Organismen, die durch In-vitro-Mutagenesetechniken gewonnen wurden, der GVO-Verordnung unterliegen sollten. Das Gericht hat die Regierung des weiteren angewiesen, die Verordnung zu aktualisieren und innerhalb von 6  Monaten eine Liste von Pflanzensorten zu erstellen, die durch diese Techniken gewonnen wurden und diese dann den für GV-Organismen geltenden Regulierungen zu unterwerfen.

Unseres Erachtens missachtet der französische Gesetzesentwurf wissenschaftliche Erkenntnisse, und die Europäische Kommission sollte daher eingreifen, um ein Tätigwerden zu verhindern. Aus diesem Grund haben Klaus Jany vom Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. und wir als Gesellschaft eine entsprechende Stellungnahme nach Brüssel und ans BMEL geschickt.


Stellungnahme der Gesellschaft zum Gutachten-Entwurf der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) über die Einordnung von genomeditierten Pflanzen

Aktuell gibt es eine öffentliche Konsultation zur Anwendbarkeit des EFSA-Gutachtens zu ortsspezifischen Nukleasen Typ 3 für die Sicherheitsbewertung von Pflanzen, die unter Verwendung von ortsspezifischen Nukleasen Typ 1 und 2 und Oligonukleotid-gesteuerter Mutagenese entwickelt wurden. Im Ergebnis wird festgestellt, dass durch genomeditierte Pflanzen im Vergleich mit konventionell gezüchteten Pflanzen keine zusätzlichen Gefahren ausgehen und die bestehenden Richtlinien zur Risikoanalyse ausreichend, aber nur zum Teil auf genomeditierte Pflanzen anwendbar sind. Die Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie hat dazu eine Stellungnahme eingereicht. 


NEWS ZU SARS-COV-2

Da sich die ganze Welt derzeit um die COVID-19 Pandemie dreht, findet ihr auf der Homepage des VBIO (Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland), des Dach der deutschen biowissenschaftlichen Fachgesellschaften,  eine interessante Sammlung zu Hintergründen und aktuellen Entwicklungen, natürlich auch welche Beiträge biotechnologische Ansätze beim Nachweis bzw. der Herstellung von Impfstoffen spielen können. 


30 Jahre europäische Gesetzgebung zur Bio- und Gentechnik

Nachdem im Jahr 2019 die Biotechnologie ihren 100. Jahrestag gefeiert hat, jährt sich im April 2020 die Europäische Gesetzgebung zur Gentechnik zum 30. mal. Mit der Möglichkeit unsere Erbsubstanz im Reagenzglas zu verändern und wieder in andere Organismen auch über Artgrenzen hinweg einzubringen, entstand die Notwendigkeit dieser neuen Technologie einen rechtlichen Rahmen zu setzen. Hintergründe wie sich dieser verändert und weiterentwickelt hat, sowie eine faszinierende Reise durch die Geschichte des Gentechnikgesetzes finden Sie hier zum Nachlesen.


GENOME EDITING im Gespräch: Wissenschaft trifft ... PolitiK

Unter der Moderation der Präsidentin der Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie Prof. Gabi Krczal fand am 30. Januar in Berlin eine Dialogveranstaltung zum aktuellen Thema der gezielten Genomeditierung statt. Eingeladen hatten der Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG) und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e. V.). Zahlreich erschienen waren Abgeordnete und Mitarbeiter der zuständigen Ministerien, um angeregt über die notwendige Anpassung von Gesetzgebung an den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zu diskutieren. Gleichzeitig wurde eine gemeinsame Stellungnahme von WGG und VBIO vorgestellt, die eine fakten-basierte Anpassung der Richtlinie 2001/18/EC fordert. Weitere Informationen sind unter folgendem Link abzurufen. Die gemeinsame Pressemitteilung finden Sie hier.


Europäische Bürgerinitiative zur EU Direktive 2001/18/EC

Der Vorstand unterstützt die Initiative von Studenten der Uni Wageningen zur Überarbeitung der EU Gentechnik Direktive 2001/18/EC. Im Ergebnis soll eine zielführende Risikobewertung bei der Freisetzung von solchen Pflanzen ermöglicht werden, die durch „Novel Breeding Technologies“ (NBT) erzeugt wurden. Die Bürgerinitiative muss innerhalb eines Jahres, d.h. bis zum 25. Juli 2020, mindestens eine Million Unterschriften aus mindestens sieben unterschiedlichen Mitgliedstaaten sammeln, um die Kommission zum Handeln im geforderten Sinne oder zur Begründung ihres Nicht-Handelns zu bewegen.

 

Mit diesen Link gelangen Sie direkt auf die Webseite zur Unterschriftensammlung.

 


Programm zum workshop 2019

Verehrte Mitglieder der Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie,

 

das Programm für den diesjährigen Workshop zur Molekularen Züchtung in Geisenheim ist jetzt fertig. Es wird Vorträge zu den Themen CRISPR/Cas-Anwendungen, Pflanzentransformation und Epigenetik, Marker geben. Weiterhin wird eine Mitgliederversammlung stattfinden.

 

Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem 2. Zirkular.


Einladung zum Workshop 2019

Verehrte Mitglieder der Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie,

 

dieses Jahr organisiert die Gesellschaft wieder einen Workshop zur Molekularen Züchtung. Dieser wird vom 5.-6.September in Geisenheim stattfinden. Dies auch in Verbindung mit der jährlichen Mitgliederversammlung der Gesellschaft.

 

Hiermit erhalten Sie das erste Zirkular auf deutsch und auf englisch. Bitte machen Sie Werbung bei Ihren Mitarbeitern und Kollegen. Im Anhang finden Sie dazu auch Ankündigungen zum Aushang.

 

Wir freuen und auf Ihre Beteiligung.

 

Dr. Robert Boehm

- Geschäftsführer -

Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie

www.pflanzen-biotechnologie.de

 


Stellungnahme des Bioökonomierates

Als Reaktion auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu zielgerichteten Mutageneseverfahren fordert der Bioökonomierat von der Politik, das Gentechnikrecht zu modernisieren. Andernfalls bleibe Deutschland bei dieser "biologischen Revolution" außen vor und werde auch die notwendige internationale Regulierung nicht mitgestalten. Der Bioökonomierat ist ein unabhängiges Beratergremium der Deutschen Bundesregierung auf dem Weg zur biobasierten Wirtschaft.


Wahl in den VBIO Beirat

Auf der Deligiertenversammlung des VBIO, welche am Freitag, dem 14.12.2018 in Berlin stattfand, wurde unsere Vorsitzende Prof. Gabi Krczal in den Beirat gewählt. Der Beirat besteht aus Repräsentanten der verschiedenen Fachrichtungen und berät das Präsidium in herausragenden Fragen der Vereinsarbeit.


Positionspapier zur Nachweisbarkeit genom-editierter Pflanzen

Nach dem EuGH Urteil zu genom-editierten Pflanzen bekommen Futtermittelhersteller und Firmen aus dem Food Bereich immer häufiger Fragen zur Nachweismöglichkeit genom-editierter Importware. Um diese Fragen fachkompetent zu beantworten, wurde von der Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie und dem Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik ein gemeinsames Positionspapier zur Nachweisbarkeit von genom-editierten Pflanzen erarbeitet.


Offener Brief zu Genome Editing an Jan-Claude Junker

Der Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik und die Association Française des Biotechnologies Végétales haben im Rahmen der öffentlichen Diskussion um Genome Editing einen offenen Brief an Kommissionspräsident Junker und die Kommissare für Gesundheit, Landwirtschaft, Wissenschaft und Innovation und Industrie und Unternehmertum verfasst. Der Brief wurde von zahlreichen Organisationen - darunter auch der Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie - und Einzelpersonen unterzeichnet.


EuGH-Urteil zu zielgerichteten Mutageneseverfahren blockiert Innovationen in der Pflanzenzüchtung

Mit Genome Editing lassen sich gezielte Mutationen in Pflanzen einschleusen, die auch natürlich auftreten können. Der Europäische Gerichtshof hat nun in seinem Urteil entschieden, dass die so veränderte Pflanzen unter das Gentechnik-Gesetz fallen.

Dazu gibt es lesenswerte Stellungnahmen vom Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter, von der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie, dem Verband der Chemischen Industrie und dem U.S. Department of Agriculture


Die Gesellschaft hat eine neue Vorsitzende!

Auf der letzten Mitgliederversammlung, die zusammen mit dem Workshop "Molecular Breeding" am 4. August 2017 am Julius-Kühn-Institut in Braunschweig stattfand, wurde Prof. Gabi Krczal einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie übernimmt das Amt von Prof. Hans-Jörg Jacobsen, der die Gesellschaft in den letzten 10 Jahren geleitet hat und nun aus Altersgründen nicht zur Wiederwahl antrat.

An dieser Stelle möchte sich der Vorstand, auch im Namen aller Mitglieder, ganz herzlich für den langjährigen persönlichen Einsatz von Prof. Hans-Jörg Jacobsen für die Sache der Pflanzenbiotechnologie bedanken. Er gab ihr in vielen politischen und öffentlichen Veranstaltungen eine Stimme und kämpfte für die gesellschaftliche Akzeptanz biotechnologischer Züchtungsmethoden und deren Produkte. Damit wurde auch die Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Diskurs um Vorteile und Risiken dieses Wissenschaftszweiges und seiner Anwendungen.

Prof. Gabi Krczal ist als langjährige Institutsleiterin von AIPlanta in Neustadt a.d. Weinstrasse eine ausgewiesene Expertin in vielen Aspekten der modernen Pflanzenbiotechnologie.

Auf dem Foto sind der alte und neue Vorstand zu sehen (vlnr): Dr. Götz Hensel, Dr. Antje Dietz-Pfeilstetter, die neue Vorsitzende Prof. Gabi Krczal, Dr. Robert Boehm und Prof. Hans-Jörg Jacobsen

Mit ihr an der Spitze des ansonsten unveränderten Vorstandes soll die politische und gesellschaftliche Arbeit der Gesellschaft im Sinne von Prof. Hans-Jörg Jacobsen fortgesetzt werden, damit die Gesellschaft auch in Zukunft ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik bleibt.

Für die kommenden Herausforderungen wünscht der Vorstand Frau Prof. Gabi Krczal viel Glück und freut sich auf eine vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit.